Freitag, 29. Mai 2015

7. Jahrestag dieser Internet-Seite


Zum „Geburtstag“ ein weiteres Interview, das ich Marc Imagine gab, dem Chefredakteur des Magazins „Vom anderen Stern“:

MI: 
Fast auf den Tag genau, Herr Walden, ist es sieben Jahre her, dass Sie mit der Veröffentlichung des Kosmonomischen Manifests Ihren Internet-Auftritt begannen. Ist Ihnen zum Feiern zumute?

RW: 
Zunächst ist anzumerken, dass bereits 2005 das Kosmonomische Manifest am Schluss meines Aphorismen-Bändchens „Sentenzen von Freiheit“ im Angelika Lenz Verlag erschien. Das Manifest jährt sich zum 10. Mal, die ersten Entwürfe reichen bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück.
Da gibt es nichts zu feiern, denn das kosmonomische Weltbild stößt auf wenig Verständnis und folglich auf wenig Gegenliebe, obgleich es Auswege aus dem permanenten Gesellschaftschaos anregt.
Ich empfinde sehr bescheidene Genugtuung, dass sich nunmehr, allein durch die Öffentlichkeit des Internets ermöglicht, internationales Interesse regt.

MI: 
Stapeln Sie jetzt nicht etwas tief?

RW: 
Überhaupt nicht. Bedenken Sie bitte, dass nahezu alle kulturellen Traditionen freiheitlich kosmonomisches Ansinnen nicht nur nicht üben, sondern mit drakonischen Repressalien bis hin zur Todesstrafe belegen. Das adäquate Mittel in der kapitalistisch verschwommenen Demokratie ist das systematische Totschweigen, in der Diktatur das Wegsperren und Ermorden.

MI: 
Welchen Sinn haben unter diesen Umständen Ihre kosmonomischen Bemühungen?

RW: 
Resignierte ich und sagte: „Keinen“, empfände ich einen verräterischen Makel gegenüber  der Intelligenz des Menschen und ihren Repräsentanten wie beispielsweise Epikur, Diderot, Kant, Orwell, Nietzsche und ungezählte Aufklärer. In der Summe haben sie etwas bewegt.
Ich vertrete also nichts Falsches, vielmehr etwas bitter Nötiges.

MI: 
Einer Ihrer Freunde nannte Sie einen „Übermenschen“. Was sagen Sie dazu?

RW: 
Mir stockte der Atem, ich bedachte aber sogleich, dass mein Freund kaum Deutsch spricht und sich der Tragweite des Wortes nicht bewusst sein kann.
Ich schrieb ihm, ich sei wie er nur ein denkender Mensch.
„Übermensch“ charakterisiert mir das Diabolische, die „Herrenrasse“, das „auserwählte Volk“, beide als Rechtfertigungen zur Unterjochung der Vielfalt des Lebens, des Reichtums von Menschlichkeit. Und besonders als religiöse Verirrung.

MI: 
Was also könnte es sein, das Ihren Freund in diese Richtung denken lässt?

RW: 
Ich vermute, dass er mich überschätzt, weil ich keiner Indoktrination folge und stattdessen den Begriff „Interimsmensch“ für die Massen der Ideologie- und Religionsdevoten verwende.

MI: 
Eine wertende Menschenklassifizierung?

RW: 
Keine Diskriminierung und keine moralisch-ethische Bevormundung, sondern eine philosophisch faktische Unterscheidung zwischen Menschen in zumeist unverschuldeten Denkgefangenschaften und solchen vergleichsweise wenigen im Status freiheitlichen, aufgeklärt übergreifenden Denkvermögens mit der entsprechenden Kant’schen Bereitschaft zum Gebrauch des Verstandes.

MI:
Ihr Internet-Auftritt, Herr Walden, erscheint in Form eines Blogs, eigentlich handelt es sich aber nicht um eines der inzwischen üblichen Foren.

RW:
Das ist beabsichtigt. Kommentierungen sind möglich, jedoch nur auf entsprechend sachbezogenem Niveau und in gepflegter Sprache.
Ich verschwende keine Zeit für oberflächliches Palaver und stelle damit Ansprüche an den Leser. Hinzu kommt ein Aspekt, den wir vor allem in Deutschland leicht unterschätzen: Weltweit, wie erwähnt, ist es keineswegs politisch, religiös und gesellschaftlich ungefährlich, kosmonomische Philosophietexte zu lesen, sich gar damit zu identifizieren. 
Im christlich geprägten Europa muss Kosmonomie zwangsläufig zumindest als unschicklich gelten.

MI:
Ihre Aphorismen erfreuen sich aber zunehmender Beliebtheit?

RW: 
Bei der inzwischen beträchtlichen Auswahl unter keineswegs nur kosmonomischen Gesichtspunkten habe ich mir das natürlich erhofft.
Kurze Sprüche kommen wohl auch etwas unserem allgemein
beschleunigten Leben entgegen. Es macht mir Spaß, meinen eigenen Aphorismen immer wieder an völlig überraschenden Positionen zu begegnen. Kosmonomische Weisheiten jedoch sind nicht salonfähig, überfordern sicherlich auch manchen Bildungsnotstand.

MI:
Häufig wählen Sie auch die ungereimte Gedichtform für etwas besonders Nachdenkliches?

RW: 
Diese Textart führt tiefer und intensiver in die Gedankenwelt, ermöglicht sprachliche Deutungen und Verspieltheiten, geistige Verwandtschaften und Kontraste, manchmal sogar etwas Feierlichkeit, ohne zeremoniell zu wirken. Es bedarf aber dabei der Einfühlsamkeit von beiden Seiten, vom Autor wie vom Leser.

MI:
Essays, Gedichte und Aphorismen von Ihnen erscheinen inzwischen in der Friedensbewegung, in diversen Sprüchesammlungen, in dem multilingualen Magazin Contemporary Literary Horizon von internationalem Rang in Bukarest, in dem regionalen Autoren-Zirkel „Tentakel“ in Bielefeld; lassen Sie sich eigentlich doch nicht „verschweigen“?

RW: 
Ich überbewerte das alles nicht, denn die Medienwelt spielt in ganz anderen Größenordnungen, in Quoten, die nicht meine Welt darstellen, denn es ist eine „falsche“ Welt, die an Qualität einbüßt, weil sie trotz wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts in barbarischen Ideologisierungen versinkt.

MI: 
Was treibt Sie persönlich dennoch an?

RW: 
Wahrheitsliebe wäre untertrieben. Wahrheit ist ein Naturgesetz, wie umgekehrt Naturgesetze, so richtig erkannt (!), Wahrheit sind.
Im Rahmen einer Bibliotheka Universalis in Bukarest (Redaktion Contemporary Literary Horizon) unter Teilnahme zahlreicher internationaler Autoren habe ich einige ausgesuchte Texte meiner Inter-Seite quasi hinterlegt, denn das Buch in Deutsch, Englisch und Rumänisch mit dem Titel „Die Fallstricke des Interimsmenschen“ ist nicht auf dem Markt erhältlich, also eine bewusste „akademisch-literarische“ Rarität.
Mein persönlicher Antrieb?
Ich habe Enkelkinder.
Sich um die Zukunft zu kümmern, erscheint mir lohnenswert bis zu meinem dereinst letzten Atemzug.

MI: 
Danke für das Interview. Und Glückwunsch zu  Ihrer permanenten Zuversicht, mit der Ihr Buch „Menschliches Glauben“ (Novum Verlag, 2008) endet:
„In der Menschwerdung des Menschen kann sich die Zukunft beweisen!“



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Mittwoch, 27. Mai 2015

Eine Probe aufs Exempel


Am 7. Mai 2015 sandte ich eine E-Mail an eine Parlamentarierin im Deutschen Bundestag.

Sehr geehrte Frau Baerbock,

in DER SPIEGEL Nr. 9 2015 werden Sie auf  S.16 als "Klimaexpertin" bezeichnet, Sie selbst nennen sich auf Ihrer Homepage "Sprecherin für Klimapolitik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN".

In Ihrem Lebenslauf beziehungsweise in Ihrer Berufsausbildung findet sich kein Hinweis auf irgendeine naturwissenschaftliche Ausbildung.

Meinen Sie nicht auch, dass ein "Experte" mehr darstellen sollte als eine politische Worthülse?

Das Klima fällt in den Bereich der Naturwissenschaften und ist kompliziert genug, dass sich Generationen von hoch qualifizierten Naturwissenschaftlern um sein Verständnis bemühen und dabei in den letzten Dekaden bemerkenswerte Fortschritte verzeichnen.

Ich bitte Sie bezüglich Ihrer Diskrepanz zur seriösen Wissenschaft um eine Antwort, die ich öffentlich zitieren darf.
Im Voraus besten Dank!


Mit freundlichen Grüßen

  
Raymond Walden


Bis heute erfolgte keine Reaktion, sollte sie noch kommen, wird sie selbstverständlich auch an dieser Stelle nachgereicht.
Die Homepage der Politikerin: http://www.annalena-baerbock.de/

Weil es wohl nötig ist: Experte Sachverständiger, erfahrener Fachmann; aus lat. expertus „erfahren, bewährt“ ... (Knaurs Herkunftswörterbuch)



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Samstag, 23. Mai 2015

Sequenzen von Skepsis (205)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2589
Der primitive Mensch tötet seinesgleichen und darüber hinaus zu seiner erbärmlichen Selbstbestätigung.

2590
Parlamente und sich ähnlich nennende Anstalten repräsentieren weltweit eine überaus kranke Immunität.

2591
Der indoktrinierte Mensch glaubt ausnahmslos alles und stirbt für jeden Unsinn. Das heißt im Klartext: Dem Indoktrinierten ist alles zuzutrauen.

2592
Wirklich menschliches Leben basiert nicht auf Darwinismus, sondern qualifiziert sich in Raum und Körperlichkeit, erhellt sich in Zeit, Kultur und Sozialisation und gelangt in Bewusstheit zur verantwortungsvollen Freiheitsfähigkeit.

2593
Todesstrafe fordert nur eine Gesellschaft, die sich auf das Niveau des Mörders erniedrigt, also Recht missachtet.

2594
Über allen Wolken strahlt eine Sonne, zumeist sogar als Ursache.

2595
Blühend pflanzt sich das Leben fort, in prächtigster Verschwendung. Diese allein ist gerechtfertigt.

2596
Wo Götter, Konsorten und Heerscharen sich prügeln,
kann ich nicht sein.
Wo man sauber denkt,
da kehr’ ich ein,
beim ehrlichen Brot und klaren Wein.

2597
Das Alter der Religion bestätigt lediglich ihre Rigorosität und Rückschrittlichkeit.

2598
Die masochistische Schmähung des Verstandes peitscht sich durch in Werbung, Kirche, Parlament. 
Ganz legal fatal, global, 
als Fanal Banal der Würdelosigkeit. 

2599 
Sklave bist du, wenn du nicht denkst! 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de












Slave System: Devotees, Patriots, Soldiers, Officials, Fans ...



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Dienstag, 19. Mai 2015

Klimavergiftung


Einst schleuderte ich meine Bedenken in die Menge,
sie versanken wirkungslos.
Ich rührte meine Skepsis leicht unter den zähen Teig des Alltags,
er ging nicht auf.
Als ich gezielt und offiziell argumentierte,
wurde meine Zunge amtlich geknebelt.

Mit meiner Taschenlampe wies ich auf Bruchstellen vorgegebener Freiheitlichkeit,
doch polarisiertes Flutlicht deckte alle dunklen Fäulnisherde in glänzendes Weiß.

Die gezurrte Krawatte staut Gedankenströme,
tiefe Dekolletes annullieren Niveau,
Schönheitsoperationen sowieso,
Täuschung und Aufgeblasenheit als gesellschaftliche Räson.

Je höher der Börsen-Index, desto tiefer die Slums.

Je anmaßender der Klimawahn,
desto einfältiger die Ablenkung von der Menschenzerstörung,
von der Verhöhnung der Menschenrechte
im Namen des Glaubens, des Nichtwissens
und des kapitalistischen Profits.

Und diese Allianz der Ignoranz behauptet,
das „Weltklima“ „retten“ zu wollen (zu können!),
denn sie schreibt vor,
was sie in ihrer schäbigen Absicht und Bevormundung
überhaupt unter „Klima“ verstanden wissen will.

Angesichts wissenschaftlich-technologischer Errungenschaften
war die Menschheit noch nie so dumm wie heute.

Die wirkliche Wende,
die Erfordernis kosmonomischer Besinnung,
wird immer offensichtlicher für jene,
die noch denken können.



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Freitag, 15. Mai 2015

Non-divine Humanity


O distinguished thirst for justice,
they moisten your lips with fire-water
and roughen your throat by offering just vinegar.
Refuse to swallow this splashed drink
which is served by hidden smiling
in consciousness of its bad effectiveness
by mixing glamerous unfairnesses,
and in poisoned intention.
“Cheers”, they say
meaning just themselves – not you.

O dignified hunger for emancipation,
they fob you off with toads,
feed you with flatulent grub.
Don’t gulp down what they are offering to you
by the insolence of the right of the strongest,
by the injustice of the richer ones and freebooters
and by bloody slavery.
“Enjoy the meal”, they celebrate the repast,
always providing themselves with the best – not you.

Your thirst, your hunger, o humanity,
they are suffocated
because of your innocence,
your credulity and brain-washed stupidity.
You are religious?
Any God declares you to be dust?
And you are praising him for this?
Right away you are attackable
because  of your God’s arrogance
of being the only truth,
and accordingly, the rediculously holy cause
of culture fights and wars of extermination.

Thus experienced as common practice,
o humanity, you don’t have any scruples
about living out your western, christian-jewish richness
at the expense of the poor ones, of the Third World.
But you don’t have the right of that.
Your God, like all other Gods,
Is not only illusion
but the evil.

Satisfying your thirst for justice,
your hunger for emancipation,
vote out the cup of blood,
the body eating of a psychopathic prophecy.
Define responsibly
what you drink, what you eat.
The table of your life
is to be set and decorated by yourself.

Eating and drinking unfold the honesty of life.
May the uprightness rise exemplarily as non-divine humanity.



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Donnerstag, 14. Mai 2015

Ungöttliche Menschlichkeit


O erlesener Durst nach Gerechtigkeit,
man benetzt deine Lippen mit Feuerwasser
und raut dir die Kehle mit Essig auf.
Verweigere den gespritzten Trunk,
den man verhohlen lächelnd kredenzt
im Bewusstsein seiner üblen Wirkung
durch Panscherei schillernder Unlauterkeit
und in giftiger Absicht.
„Zum Wohle“, prostet man zu
und meint ausschließlich sich, nicht dich.

O würdiger Hunger nach Emanzipation,
man speist dich ab mit Kröten,
füttert dich mit blähendem Fraß.
Schlucke nicht, was man dir zumutet
in der Frechheit des Rechts der Stärkeren,
des Unrechts der Reicheren und Freibeuter
und der blutigen Sklaverei.
„Guten Appetit“, adelt man die Mahlzeit
und besorgt stets Besseres für sich, nicht für dich.

Dein Durst, dein Hunger, o Menschlichkeit,
sie werden erstickt
aufgrund deiner Arglosigkeit,
deiner Leichtgläubigkeit und gewaschenen Dummheit.
Du bist religiös?
Irgendein Gott erklärt dich zu Staub?
Und du bejubelst ihn dafür?
Schon bist du angreifbar
wegen der Arroganz deines Gottes,
als sei er der einzig Wahre
und folglich der albern heilige Anlass
für Kulturkämpfe und Vernichtungskriege.

Entsprechend als „Usus“ erfahren,
hast du, o Menschlichkeit, keine Skrupel,
deinen abendländischen, christlich-jüdischen Reichtum auszuleben
auf Kosten der Armen, der Dritten Welt.
Dieses Recht hast du aber nicht.
Dein Gott, wie alle anderen Götter,
ist nicht nur Wahn,
sondern das Übel.

Willst du deinen Durst nach Gerechtigkeit,
deinen Hunger nach Emanzipation stillen,
wähle ab den Kelch des Blutes,
die Leibfresserei einer psychopathischen Prophetie!
Bestimme verantwortungsbewusst,
was du trinkst, was du isst.
Den Tisch deines Lebens
musst du eigenständig decken und schmücken.

Im Speisen und Trinken entfaltet sich die Ehrlichkeit des Lebens.
Beispielhaft erhebe sich die Aufrichtigkeit als ungöttliche Menschlichkeit.



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Montag, 11. Mai 2015

Deutscher Friedenssong-Wettbewerb 2015




Der Deutsche Friedenssong-Wettbewerb 2015 bietet noch bis Ende Mai die Möglichkeit eigene komponierte und getextete Friedenslieder und Antikriegslieder, bzw. Lieder gegen Gewalt zum Wettbewerb einzureichen.
Die besten 20 Songs werden einem 12köpfigen Jury-Team Anfang Juni zur Bewertung vorgelegt. In dem Jury-Team wirken u.a. die nahmhaften MusikerInnen, wie Joy Fleming und Stehpan Trepte (electra) mit. Schirmherr ist übrigens Konstanin Wecker. Als Preisgelder winken insgesamt 5.300 Euro die auf 5 Preisträger verteilt werden.

 
DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg
Dieter Riebe (Vorsitzender)
Straufsberg 62
53332 Bornheim
Tel. 02227 / 82899 u. 82387

http://www.friedensmusik.de/

http://dfg-vk-bonn-rhein-sieg.de/index.php/friedenssong-wettbewerb-2015



Sequenzen von Skepsis (204)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

2579
Klimawahn und Gotteswahn,
Gesundheits-, Ernährungs- und Jugendwahn
und Rassenwahn und Wachstumswahn!
Soldatentum.
Status quo der Menschheit in unendlicher, unüberwindlicher Realitätsferne.
Die verheerendste Naturkatastrophe auf Erden.
Wirklich kluge Menschen jedoch
könnten vorbeugen.

2580
Der sich modern wähnende Mensch jagt und sammelt wie in alten Zeiten nunmehr vor allem die Quote. Qualität aber wäre Modernität, wäre neue Lebensgüte.

2581
Das Wort „wähnen“ kam aus der Mode, denn es trifft das irrationale Selbstverständnis der Menschen, ihre wahnsinnige, sehr moderne Abkehr von schlüssigen und wirklichen Wahrheiten.

2582
Jedes Medium, ausdrücklich jede Redaktion, die Astrologisches verkündet, erklärt sich selbst für verrückt.

2583
Sorgen zeichnen ihr eigenes Gesicht und formen sogar das Körpergewicht.

2584
Oberflächlichkeit gebiert Fehler, die sie mühelos verdrängt und dann vergisst, bis nach einer Zeit vergeblichen Wartens die ganze Zeugungsunfähigkeit gnadenlos in alle Tiefen einbricht.

2585
Mancher läuft und läuft, jagt seinen Gedanken hinterher.
Ich verweile entspannt, und die Gedanken kommen zu mir.

2586
Wen oder was der Volksmund als Experten bezeichnet, beweist nicht selten Humor, politisch angepriesene Experten stellen zu oft das bitterernste Gegenteil dar.

2587
Den Schrei des Menschen hört die Menschheit nicht.
Nichts ändert sich.

2588
Um das kurze Leben rankt und windet sich ein langer Abschied. 


Copyright: Raymond Walden,  www.raymond-walden.blogspot.de


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Mittwoch, 6. Mai 2015

Zwei Einsamkeiten


Einsam und hilfsbedürftig kommen wir auf die Welt, um sie ebenso zu verlassen. Leben heißt Sozialisierung, Suche nach Kontakten, Anerkennung, Hin- und Zuwendung, Harmonie und Liebe, aber auch Abgrenzung, Konkurrenz und Kampf.

Nichts in dieser Gruppendynamik entbindet das Individuum von seiner eigenen Verantwortlichkeit für sein bewusstes und auch unbewusstes Auftreten. „Mildernde Umstände“ mögen sich einstellen durch Zufälle, Widrigkeiten und sogenannte Schicksalsschläge.

Die ureigene Einsamkeit endet nie, auch nicht in vielleicht längeren Phasen des oberflächlichen Überspielens.

Eigentlich gibt es aber zwei Charaktere von Einsamkeit, nämlich die des Verlassenseins und die der erbaulichen Kreativität.
Dabei ist die Zweite ein erstaunliches Mittel zur Linderung der Ersteren.
Das sich Verlassenfühlen ist die sich ständig wiederholende Vorbereitung auf das einst unvermeidliche Sterben. Nicht auf den Tod, denn der ist nichts, kann nichts, ist bedeutungslos. Er existiert ja nur unter den Lebenden. Die Art und Weise des Sterbens macht das Leid des letztlichen Verlassenseins aus, in der Einsamkeit, in die wir alle gezwungen werden.

Freiwillige Einsamkeit hingegen befreit sich von manchem Zwang, manchem inneren Widerspruch und äußeren Unsinn, um eigene unabhängige Aktivitäten zu entfalten. In ruhiger, selbstbestimmter Konzentration kommt Kreativität auf und schließt gar nicht aus, dass ein lebhaftes Temperament und ein glühendes Herz das Schaffen und Wirken beflügeln. Es geht nur um die eigene Sinngebung und Genugtuung.
Findet darüber hinaus das entstandene Werk die eine oder andere äußere Anerkennung, mag dies die freiwillige Einsamkeit nur etwas aufkratzen, vielleicht irritieren, denn die wirklich Wissenden und Könnenden bleiben erst recht in einem Blitzlichtgewitter von öffentlicher Würdigung immer einsam.
Sie lassen sich die Einsamkeit nicht nehmen, denn sie bewahren ihr Refugium, das sie aus freien Stücken für sich etablierten und aus dem heraus sie sind, wer oder was sie sind: der eigenen Grenzen bewusst, Irrtümer und Zweifel eingeschlossen.

„Alternativlosigkeit“ wäre ein demagogisches Diktat, ein Postulat expressiver Dummheit, ähnlich der „allein seligmachenden Wahrheit“.

Die kreative Einsamkeit erschließt sich nicht den Mitläufern, Opportunisten, Teamplayern und Profitgeiern, die dem Welt-Chaos in die Hände spielen und dafür sorgen, dass des Leidens Einsamkeiten die einzige wirklich erreichte Unendlichkeit darstellen.



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Freitag, 1. Mai 2015

Ein Gedanken-Splitter zum „Tag der Arbeit“


Die Produktion von Waffen schafft Arbeitsplätze, also wird hergestellt.
Je mehr Kriege, desto sicherer die Arbeitsplätze.
Je mehr Tote durch die Waffen, desto offiziell verschwiegener das Leid.
Je unvermeidlich offensichtlicher das Leid, desto feierlicher der ökumenische Trauergottesdienst.
Je bombastischer der Waffenverkauf und Waffen-Export, desto ertragreicher der Profit, desto ungenierter die Börsen-Spekulation.
Je unverfrorener die Menschenverachtung, desto stereotyper der Hinweis:
Wenn wir es nicht tun, machen es doch sowieso die anderen!

Das nennt man in Europa  „christlich-jüdische“ Kultur des Abendlandes.

Der indische Cartoonist Velayudhan Bhuvanan „bezeichnet“ treffend die „Größten Sünder“.






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