Montag, 27. Februar 2012

Das Bewusstsein erschafft die Welt


Bewusstsein entsteht aus dem biologischen Leben, lässt sich in Abstufungen bei Tieren nachweisen und prägt den Menschen je nach Lebensalter und Intelligenz sehr eindeutig: Menschliches Leben ist Bewusstsein.

Der Mensch reflektiert sein Sein, sieht sich – und nur darum geht es im Leben – in Relation zu Mitmenschen, zur nahen und weiteren, unbelebten und belebten Umgebung.
Alles, was der Mensch in diesem Bemühen um seine eigene „Einstellung“ in den allgemeinen Rahmen schafft, beschreibt im weitesten Sinne Kultur, sogar das bewusste Herausfallen aus dem Rahmen.
Kultur existiert als historische Ideen, als Wünsche der Gegenwart, als Hoffnungen für die Zukunft, jeweils mit konkreten kleinen und großen Werken.

Was also ist es, das die Welt erschafft?
Allein das Bewusstsein!

Man stelle sich einmal vor, mit einem einzigen Schlag gäbe es auf dem gesamten Globus keinen einzigen Menschen, folglich kein Bewusstsein mehr.
Was wäre der „Wert“ des Universums der toten Materie? – Nicht einmal Null, denn auch das Nichts existiert nur im Bewusstsein.

Spaziert man beispielsweise nach Saisonende am Strand von Rimini entlang, unbelebt mit Bretterverschlägen, oder kommt man im Frühjahr zu früh an die Cote d’Azur – mit ebenfalls vernagelten Fassaden, wird einem klar, Menschen sind es, die diese Welten des Flairs, des Lebens überhaupt erzeugen.
Sie zeugen Götter und Teufel.
Und diese gibt es scheinbar, weil Bewusstsein lediglich wabert, weil es noch lange nicht „zu wissen“ garantiert.
Es ist grotesk und bleibt dabei: Das Bewusstsein erschafft sogar ohne Wissen oder mit erheblichen Wissenslücken die Welt.
Oder: Ohne den Menschen in seiner Gesamtheit gibt es gar keine Welt.

Auf welchem Niveau aber rangiert das menschliche Bewusstsein?
Es ist der Entwicklung bei Tieren ähnlich, nämlich begrenzt und unfertig. Hunde etwa können sich freuen, niedergeschlagen sein, liebevoll, zielstrebig und treu ebenso wie verwahrlost oder bestialisch kampfwütig. Vielleicht akzeptieren sie ihren „Herren“ als ihren „Gott“ und ahnen keineswegs, welchem hilfsbedürftigen Wesen sie sich anvertrauen.
Der Wahnsinn der Welt, immer wieder neu beklagt, ist Menschenwerk als Ergebnis eines zwar entwicklungsfähigen, aber noch sehr mangelhaften Bewusstseins.
Mit anderen Worten:
Das Bewusstsein verlangt in hohem Maße nach Bildung – genauso wie die Welt.
Nur in ihren natürlichen Gesetzmäßigkeiten und nicht durch Vorspiegelungen ist sie zum Wohle der Menschheit formbar.


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Mittwoch, 22. Februar 2012

Wozu eine kosmonomische Internet-Seite?



Im Februar 1995 gab ich erstmalig  „Kosmonomische Kommentare“ als private Mitteilungen im verschlossenen Umschlag heraus, zwölf Rundschreiben im Jahr. Der Versand erfolgte per Post und richtete sich an einen Interessentenkreis, der etwa 20 Adressaten umfasste.
Im allerersten  Beitrag beantwortete ich seinerzeit die von mir selbst aufgeworfene Frage „Wozu kosmonomische Kommentare?“ folgendermaßen:

Die zunehmende Hinwendung breiter Bevölkerungskreise zu Religion und Aberglaube und eine sich ad absurdum führende sogenannte Pressefreiheit sind für viele Menschen unerträglich. Systematisch werden in den Medien Probleme verschwiegen, Sachverhalte vorsätzlich verfälscht oder werden Unwahrheiten gezielt verbreitet. Für viele Skeptiker ist dies ein deprimierender Zustand, der zur Resignation, bisweilen zur Verzweiflung führt.
Mit den Kosmonomischen Kommentaren möchte ich eine Möglichkeit zum Gedankenaustausch bieten, das Gefühl vermitteln, bei weitem nicht isoliert zu sein.
Die Kosmonomie (Kosmos = Weltall, Nomos = Gesetz) ist meine Philosophie übergreifender Konzepte bei der Detaillösung, denn die Erde ist keine unabhängige Insel. Unser Planet ist im Zusammenhang mit dem kosmischen Umfeld zu sehen.
Ich stehe ein für ein humanes, durch objektive Wissenschaft gestütztes Weltbild, geprägt durch das Wissen und das Gefühl: Wir leben hier und heute und nicht in der Zukunft eines erfrömmelten Himmels oder einer orakelten Hölle und auch nicht in der Heiligkeit irgendeines Vaterlandes. Unsere globalen Sorgen lassen sich nicht durch lokale Flickschusterei bewältigen.

Nichts an dieser meiner Zielsetzung hat sich geändert, seitdem ich im Internet meine Gedanken vorstelle. Ich glaube nicht, dass ich mit meiner Website irgendetwas verändern kann, selbst Hunderttausende von Zugriffen täglich wären ineffektiv gegenüber der gängigen Presse, lediglich die Vermittlung dem Leser gegenüber bleibt, dass nicht alle Menschen der medialen Massenverblödung und ideologischen Verblendung verfallen sind.
Die Öffentlichkeit des Internets bietet mir als Betreiber dieser Seite einen gewissen Schutz, nicht zuletzt durch die zahlreichen Verlinkungen und Zitierungen auf anderen Seiten.
Dennoch erhielt ich erst dieser Tage die freundliche Ablehnung einer Verlinkung, man teile durchaus zahlreiche meiner Gedanken, müsse aber aus beruflichen Gründen unangreifbar bleiben.
Das sagt doch einiges über den Zustand unserer Gesellschaft.

Nun betrachte ich das Internet keineswegs nur als Fortschritt , vielmehr beobachte ich mit sehr viel Skepsis, wie sich gerade auch hier ein „Journalismus“ niedrigsten Niveaus ausbreitet, sogar in an sich seriösen Foren wird dem Boulevard-Stil gefrönt, werden Persönlichkeitsrechte missachtet.

Das ist auch ein Grund, warum ich mein Blog nicht als Diskussionsforum verstanden wissen möchte, wenngleich sachliche Kommentierungen keineswegs abgelehnt werden.
Und überhaupt nicht betrachte ich meinen Internet-Auftritt als aktuelles Tagebuch, eher schon als lebendiges  „Internet-Buch“ von Anfang an bis zu einem von mir nicht abzusehenden Ende.
Entgegen aller digitalen Schnelllebigkeit lade ich den Leser zum Verweilen ein, zum Blättern in den inzwischen mehr als 300 „Posts“.

In der gigantischen Flut von Internet-Seiten bedeutet mein Blog nicht mehr als ein Sandkörnchen. Es ist jedoch da und erfreut sich bescheidener, aber zunehmender Beachtung, ist damit so ziemlich der einzige Weg, kosmonomische Gedanken zu veröffentlichen, weil zumindest die deutschen Medien meine Philosophie geflissentlich verschweigen.
Das gilt nach wie vor auch für mein Buch „Menschliches Glauben“ und für das „Kosmonomische Manifest“ in meinen „Sentenzen von Freiheit“.

Als Kosmopolit und Pazifist schreibe ich nun aber nicht vorzugsweise für Deutschland, sondern für aufgeklärte Menschen überall auf der Welt.
Noch ist dies über das Internet möglich.
Jeder Website-Betreiber muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und leider einkalkulieren, dass auch diese Bühne der Freiheit leichtfertig verspielt werden kann, sei es durch kleinkarierte Dummheit oder durch Ideologie, die bisher noch jede Schurkerei auch mit Gewalt durchsetzt.

(Ergänzender Hinweis: Monats-Archiv November 2009: „Die kosmonomische Nische“)


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Dienstag, 21. Februar 2012

Sequenzen von Skepsis (95)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

1236
Schrullen im Alter verstärken sich nur, sie werden jugendlich angelegt.

1237
Die Menschheit hinkt durch lähmenden religiösen Befall.

1238
Problemlösung kann oft nur Linderung sein.

1239
Nicht alles Fremdartige, schon gar nicht das Absonderliche ist einer Integration würdig.

1240
Ein körperlich und geistig gesunder Mann soll so eben einmal, vielleicht ein Leben lang auf Sex verzichten? Spätestens dann ist er so krank wie die gesellschaftlichen, haltlosen Zwänge.

1241
Nicht wenige Leiden sind nur zu behebende Haltungsfehler. Man muss aber erst einmal darauf kommen.

1242
Dummheit äußert sich in der Intelligenz, die darum bettelt, von wunderbaren Mächten umgeben zu sein.

1243
Der Klügere gibt nach, bis er an sich zweifelt und hoffentlich nicht verzweifelt.

1244
Solange das Kapital und nicht der Mensch die Menschheit regiert, ist die Gesellschaftsordnung unmenschlich.

1245
Egomania und Gotteswahn lassen den Kapitalismus pandemisch wuchern.

1246
Die Höhe der Messlatte heißt  Gegenwart: Die Vergangenheit ist überlebt, die Zukunft ungewiss. Jetzt müssen wir friedlich für Gerechtigkeit sorgen.

1247
Geiz verzückt die spießige Prüderie.

1248
Die ideologisierten Windräder und Solarzellen werden der Öko-Diktatur höchst unwirtschaftlich um die Ohren fliegen, und dann muss der Schrott mit ganz anderen Energien entsorgt werden.

*****



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Freitag, 17. Februar 2012

Good Luck And Freedom Are Interdependent


“Glück und Freiheit bedingen einander” this authentic German description of a flight in the year 1958 was published first on this website (have a look at  “Archive Dezember 2009”), then the English and Romanian version appeared in the international Romanian magazine  “Orizont Literar Contemporan” (Contemporary Literary Horizon) Jan.-Febr. 2011, and now it is published again in the Contemporary Literary Horizon Anthology, Febr. 2012.

I take this opportunity to present the English text here also to my international readers who are not so acquainted with the German language. 

 
Good luck and freedom are interdependent
Authentic description of a flight in the year 1958

My birthplace Jena actually was taken by US troops in 1945 but came under Soviet power after the division of Germany. My family soon ended up in Lindow/Mark about 70 kilometres north of Berlin.
Life in the province near the flat country of Mecklenburg covered with lakes turned out unassuming, but the charming landscape compensated many a one post-war deficiencies. And to us as children the region offered a paradisiac field of exploration.

Nevertheless, above the whole scene there was always a diffused threat by the occupying forces stressing out their presence every day and everywhere. They were accompanied by converted German creeps who praised the glorious Red Army as heroes.
In this political mood my father was the general manager of a private sawmill which, in direct competition with a publicly owned one, worked far more efficiently. – A thorn in the party functionaries’ sides!

Those were the times when my mother bought several issues of the newspaper “Neues Deutschland” (“New Germany”) to cut from it toilet paper, when my father complained to the mayor because there had been no salt or oil at the HO shop (HO = Handelsorganisation = trade organisation) for weeks.
Those were the times when people were jailed because they had purchased pencils and rubbers in West-Berlin. And gradually more and more people for ever said good-bye to the communist regime, leaving their possessions, relatives and friends to start a new life in the west.

It was certain that there didn’t exist any future within this system. Taking substantial risk my father tried secretly to find a job in West-Germany because he wanted to avoid passing various refugee camps. The family might move into a flat at once.
He succeeded and was offered a job in Himmelreich near Kirchzarten (Black Forest).
But then in January 1956 during a business tour by motorbike a Russian military van ignored the right of way and my father had to stay in hospital for months. The promised employment couldn’t wait for so long.
Thus for the time being we had to bow to communism.

Since many years there had been a struggle for allocating sufficient wood to the sawmill, conflicts with the political party and government offices became increasingly dangerous. Further more our family were active Catholics and though urgently admonished we children didn’t join the “Young Pioneers”.

In the year 1958 the communists ordered the end of the private sawing and offered instead a lower paid job at the publicly owned sawmill.
From that moment in autumn 1958 my parents again made plans about a concrete escape.
The international football match West-Germany versus Austria on November 19th came to the right time for my father to visit West-Berlin without arousing any suspicion. How lucky I was when he took me to the Olympic Stadium!
Even before the beginning of the match my father made a short visit to the then Mayor-Governor of West-Berlin, Willy Brandt. But I didn’t realize that in detail.
Nevertheless this short audience should be of some advantage later after.

As protests even to the state government in Berlin-Pankow against the expropriation respectively closure of the firm didn’t achieve any changes a close confidant in the provincial government of Potsdam gave a warning during the pre-Christmas period via telephone to behave with care.

So Christmas should be celebrated as usually, but some friends were informed about the plans of escaping. Taking as little risk as possible the one or other object out of the flat got a new owner or was “deposited” elsewhere.

My younger sister and me were not to take any notice of that, Christmas was our normal highlight of the year. Our good mood was even improved by the announcement we all were going to visit Uncle Willy in Halle (on the river Saale) on his birthday on New Year’s Eve.
Bofore that we children were going to spend two holidays with our aunt and uncle in Oranienburg. Our cousin Karl who was adult already accompanied us by train on December 28th.
I was full of excited anticipation standing at the yard gate to “Rheinsberger Straße” waiting for the others. I looked at the lovely new fence at the house and the sawmill and I felt an intense relation how unique our home was. I put my hand on the handle of the little fence door and imagined how terrible it could be if this was the last touch.
I was 13.
We walked to the station for an interesting stay in Oranienburg.
Now our parents had a free hand to regulate as discretely as possible final matters to say mentally good-bye to a period of life and to say farewell to the friends.
In the evening of December 30th, 1958 they joined us and also had with them the tickets to Halle.

If your residence was north of Berlin you had to go by S-Bahn (quick train) via West-Berlin to Ost-Bahnhof (East Station) where the long-distance trains started to destinations in the southern republic.
Next day our parents wanted to procure a little present in Oranienburg and that was why we children shouldn’t wait but take an earlier train to East Station.

December 31st, 1958 was a Wednesday. We went to the station in the dawn when our parents stayed back as explained and we, again with Karl, stepped onto the platform. Oranienburg is an S-Bahn terminal, so the train was already there. We took our seats in one of the empty railway carriages and got impatient when the train didn’t start for a long time. Finally it moved – a wonderful feeling. More and more people entered at the following stations.
Then the train reached “Hohen Neuendorf” *), the doors banged open and controllers combed all carriages. Karl had to show his identity card because the next stop was in West-Berlin. The officers watched us children sceptically and ordered us to leave the train together with Karl. The train roared away and we were led into unfriendly rooms where we had to wait at first. Then Karl had to come into another bureau whereas we were asked to tell where we were going to travel. Frightened but also looking forward with excitement to our long journey we gave information about our uncle’s birthday in Halle this very day, that our parents would follow us and we showed our tickets.
They wrote down every word. Something irritated the examiners, they checked our bodies but didn’t find anything unusual.
They let us go, Karl also got through the snooping, together we got onto the next S-Bahn to the west.

“Frohnau”*) was the first station in the west-sectors where our parents meanwhile on the platform were driven to despair because they had made an agreement with Karl to meet us all here: No kids to be seen, something must have gone wrong!
“I must return”, my father was shocked by the situation, “I must give myself up.” He was white as a sheet but our mother kept him back: “Still another train we will wait for.”
After endless minutes the brakes were hissing and squeaking, and we got out.

Propably the police were searching intensively but in vain for our parents in the following trains because they, without knowing about, had entered our very train because of the long delay at the beginning. Therefore they had arrived at the west before us.
Together we awaited the next train to start off to East Station. Just having stepped in the train speeded up and our mother said: “We won’t go back.”
“Why should we?” I asked, “We do want to travel to Halle.”
“We will never go back.”
Now I grasped what had happened.
I gazed out of the window into the flying past nothing, imagined my little model steam-engine, my metal architectural box, the Christmas manger, I thought of my friends, of the lake and of the handle at the yard gate.
As tears filled my eyes I looked at some passengers because I felt ashamed. But they nodded understandingly, scenes like that were acquainted to them meanwhile on these S-Bahn lines.

Our actual destination was Berlin-Marienfelde emergency refugee camp. Queuing up for registration, so many people were on the same way, medical examination, hearings and applications for asylum at German and Allied offices.
Night approached, we were given some pocket money and tickets for a bus travel through the gorgeously illuminated streets of Berlin to “Askanischer Platz”, refugee camp “Henri Dunant” in a former factory building of several storeys.
Women and men were seperated and accommodated on different floors, in big rooms with two-storeyed beds.
We were tired after the first day in freedom, soon we fell asleep but woke up at midnight by the sound of church bells and the cracking of the New Year’s fireworks. There was a huge factory window where we looked into a narrow dark yard. High above in the sky only some glowing stars of the new year symbolized the hope for a different life.
In the first morning of the new year most of the camp lodgers felt happy in a modest way being aware that they had reached freedom.

Sometimes it took rather long until leaving “Henri Dunant”, there was lots of time to go sightseeing in Berlin but nobody had enough money to do so. Everybody was eager to be flown out to West-Germany as soon as possible.
Now the preparatory visit at Willy Brandt obviously showed effect, we got all the necessary papers and identity cards after pleasingly short time and we flew to Frankfurt on Main in the middle of January. The journey went on by train to Kirchzarten, again refugee camp with mass accomadations and many people especially from Eastern-Europe. During another medical examination a huge stamp appeared on our circular letter: “Deloused”.
After further stays at the refugee camp Schluchsee and the refugee home Donaueschingen the odyssey ended in Geisingen near Donaueschingen where my father got a first job and the family found a flat. But it shouldn’t be the last place of residence.

My parents have never seen Lindow again.
I came back to the first time in 1993, after 34 years.
More impressively than ever I recognized how good luck and freedom are interdependent.

*) In the first manuscript there were named the wrong stations “Bornholmer Straße” and “Gesundbrunnen”.


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Mittwoch, 15. Februar 2012

Wie wird "man" Diktatur?


Indem man nichts merkt,
indem man nichts merken will.

Indem man Unsinn glaubt,
indem man Unsinn glauben will,
indem man sich dem Unsinn andient,
indem man Unsinn verzapft.

Indem man nur sich und die eigene Welt wahrnimmt,
indem man sich patriotisch überhöht.

Indem man sich alles vorschreiben lässt,
indem man daraus folgernd anderen Vorschriften diktiert.

Indem man zwar gegen Gewalt redet,
sie aber anderen zumutet, sie verhohlen anstrebt
und anwendet.

Indem man sich mit dem Kapital mafiös und ideologisch verbündet,
sich die Welt aufteilt
und die Armen, ja ganze Völker darben lässt,
sie vernichtet mit der Scheinheiligkeit,
Kapitalismus sei demokratisch.

Der Kapitalismus erfindet Klimalügen, Pandemien, Feindbilder und Kriegsgründe,
er schürt religiösen Wahnsinn
und spekuliert damit an der Börse.

Europa verrät, dem Schema folgend, seine eigenen Ideale.
Und ist bereits Diktatur,
indem man es nicht merken will .... !



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Montag, 13. Februar 2012

kosmonomisch kurz kommentiert (10): Ein „würdiger“ Präsident


Das mitunter glamouröse Auftreten des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff ist sicher eine Geschmacksfrage, ein „Geschmäckle“ hat es allemal.
Der Fall strapaziert bis zum Überdruss.

Das wiederum liegt an der unwürdigen Hetzjagd, welche die Medien-Meute in völligem Missverständnis der vom Grundgesetz garantierten Pressefreiheit veranstaltet. Da wird „Meinung gemacht“, Hinz und Kunz geben ihren Senf zu Vorverurteilungen auf der Basis von unfertigen Anklagen, von denen manche sogar widerrufen werden müssen. Voreilige Schreiberlinge machen das dann sehr kleingedruckt, aber straffrei.

Der Präsident habe sein Amt beschädigt, heißt es scheinmoralisierend, den Rest der Beschädigung besorgen die Medien.
Was für eine feine Gesellschaft, die der Bundespräsident von Amts wegen repräsentiert!
Medial gesteuerte Masse und Präsident sind einander würdig.

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Samstag, 11. Februar 2012

An den Menschen

Fazit

Ich war nie zuvor,

ich bin jetzt und einzigartig.

Einst werde ich nicht sein,

nicht aufgefahren und nicht hinabgestiegen.

Sinn des Lebens?

Nicht nach dem Sinn zu fragen. - 

Fazit:

Kein Sinn.

Aber ich bin,

und ich kann nicht zusehen,

wie Du hungerst, wie Du blutest,

wie Du stirbst.

Ich muss Dir helfen, denn

irgendwie

liebe ich Dich.

                                                                  Raymond Walden



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Montag, 6. Februar 2012

Sequenzen von Skepsis (94)


Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

1222
Mir geht es wie vielen Menschen, ich wollte nicht sein, was und wie ich dennoch wurde.

1223
Ein Flugzeug schwebt ein als Sinnbild für Weltoffenheit,
ebenso aber als ein Symbol für globalen Normenzwang,
der auch mit Kampfjets  auf die Menschheit abgefeuert wird.

1224
Mancher navigiert stolz und segelt sein Bötchen zielsicher durch die Wellen des Lebens, bis er die Strömung erkennt, die ihn dennoch treibt, ihn bald auf Grund setzt und kläglich ans Ufer spült.

1225
Der unnatürliche Mensch ist dem Wetter natürlich nicht gewachsen. Und der Übernatürliche erst!

1226
Da die Erde sich dreht, hielt sie den Menschen lange zum Narren, der nun global durchdreht.

1227
Besonders Schönheit unterliegt der Realität anders als Intelligenz, welche ist oder nicht ist.

1228
Werbung gewinnt Befehlsgewalt in einer indifferenten Konsum-Gesellschaft.

1229
Wissen ist die menschenwürdige Voraussetzung für Frieden.

1230
Lebenstüchtigkeit schließt den Tod ein.

1231
Einigkeit, die stark macht, beginnt mit der eigenen Person.

1232
Gemeinsamkeit ohne sich besinnende Einsamkeit mag überschäumen, um Leere zu hinterlassen.

1233
Die menschliche Psyche ist von dieser Welt, dennoch kennen wir sie nur oberflächlich. Statt sie intensiv zu erforschen, belasten wir sie von Kindheit an mit pseudowissenschaftlichen Deutungen, esoterischem Unrat und religiösem Aberwitz. Im Erwachsenenalter ist das nicht mehr zu entsorgen, auch nicht durch sauber arbeitende Aufklärung.

1234
Wenn zwei im simplen Geist sich treffen, ist das der Beginn von Klatsch und Tratsch.

1235
Die Wirklichkeit lebt von Träumen. Platzen sie in jungen Jahren, kommt es nicht selten zur Katastrophe. Brechen sie später allmählich weg, sollte man vorbereitet sein und keine neuen versäumen.

*****



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Mittwoch, 1. Februar 2012

Sequenzen von Skepsis (93)

Aphorismen zum Nachdenken und Zitieren:

1209
Der blinde Fleck des Auges dehnt sich aus bis zur Fläche manchen Bildschirms.

1210
Der Rundfunk entwickelte sich technisch zum digitalen Richtfunk und inhaltlich ebenso: Redaktionelle Schaltkreise steuern die Polarisation.

1211
Individualisten reiben sich nicht an der Masse, um sich zu bestätigen.

1212
Wir erfassen komplizierte Strukturen zur Lebenserleichterung. Verkompliziert man Einfaches, steckt dahinter übervorteilende Absicht, auch amtliche Dummheit.

1213
FKK-Strände mussten erfunden, danach sogar erkämpft werden in einer körperfeindlichen Welt, die Sexualität vermarktet und das Töten militärisch stilisiert.
Das allein reicht aus, „Gott“ ad absurdum zu führen.

1214
Religionen sind Sachwalter des Todes, von Leben haben sie keine Ahnung! Wohl aber haben sie den Sinn der ganz diesseitigen Bereicherung.

1215
Brot und Spiele bilden das Manna von Herden und Horden wie ihren Hirten.

1216
Alle findet man sie wieder am Strand des Lebens: Die Angeber, die schön Reichen, die Leichtlebigen wie die Gedemütigten, die Gepiercten, Tätowierten, die Gezeichneten, gebrechlich und naiv, die Aussteiger, sonnengegerbt, hellhäutig Gerötete; Strandgänger am tosenden Meer auf dem Weg durch heißen Sand in ein nacktes Zuhause.

1217
„Gott“ ist kein Einzelgänger,
hinter ihm steht der Teufel.

1218
Wer Zeit hat für die Zeit, nimmt sie mit allen Sinnen wahr.

1219
Positives Denken vertröstet lediglich, wenn positives Handeln erforderlich wird.

1220
Ein Ende des Interimszeitalters ist nicht absehbar, vielleicht gibt es keine nächste Epoche. Angesichts von Milliarden von Menschen deuten sich aber ungeahnte Optionen an.

1221
Selbstlose Liebe wäre eine lustlose Abstraktion.

*****
© Raymond Walden, www.raymond-walden.blogspot.com

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