Donnerstag, 1. April 2010

Kosmonomie - ein weiterer Erläuterungsversuch

So wie Gedanken auftauchen, so vielfältig und abrupt, aber auch so eng entlang eines Themas, geplant oder spontan angestoßen, kommt dieses Blog daher, will beleuchten eine Figur, die es als solche noch gar nicht recht gibt: Den Menschen.
Man mag einwenden, den Menschen gäbe es bereits im Übermaße, milliardenfach. Doch gerade dieser Zustand scheint ein erster Hinweis dafür zu sein, dass „der Mensch“ evolutionär noch gesucht wird. Denn was menschlich sei, wird individuell ganz unterschiedlich ausgelegt, meist zum eigenen Vorteil, und stellt in der Gesamtübersicht ein Kolossalgemälde brutaler geistiger und physischer gegenseitiger Vernichtungen dar.

Wirtschaftlich aufblühende Zentren, Ferienparadiese, sozial geglättete Alltage spiegeln Menschlichkeit vor und sind dennoch nichts als scharfe Zähne im globalen Räderwerk der Ausbeutung und Unterwerfung von Mensch und Natur, hervorgerufen und abgesegnet durch Ideologien und Religionen, die es bisher verhinderten, den Menschen zum Menschen werden zu lassen.

Die meisten Religionen suggerieren eine übersinnliche Macht als Ursprung der Welt und damit auch als „Erschafferin“ des Menschen. Als Allmacht bestimmt sie angeblich die Geschicke jedes Einzelnen wie die von Volksgruppen und ganzen Völkern und dereinst in der Apokalypse, dem Weltende, das Schicksal in ewiger Freude oder Verdammnis – was immer das bedeuten mag. Mit derartig rigorosem Hintergrund sorgen sich die Religionen um jedes Individuum, kennen sie doch durch Prophetentum den exakten Willen ihrer Götter, die einen schier unendlichen Forderungskatalog an die Menschen in Form von Verboten und Geboten erstellten.

Um die Forderungen durchzusetzen, ist ein konsequent drastisches Strafen-Register erforderlich, das als Rechtsgrundlage ohne Alternative das Individuum unterwirft.
Darüber hinaus entwickeln die meisten Religionen ein überzogenes Sendungsbewusstsein, die eigene Sicht der Welt als die einzige Wahrheit aufzuzwingen (Mission, etc.) und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch in mehr oder weniger offen propagierte „heilige“ oder beispielsweise „freiheitlich-christliche“ Kriegsaktionen umzusetzen.
Dies alles zu erkennen und zu beschreiben, wird in Gläubigenkreisen entrüstet schon als Ungehörigkeit betrachtet und offen oder subtil bekämpft.

Mein Anliegen ist es, niemandem eine Meinung aufzuzwingen, stattdessen zu einem freien Denken anzuregen, den Mut aufzubringen, verkrustete menschenfeindliche Strukturen zu hinterfragen und die religiösen Tabus und Verlogenheiten zu verwerfen, denn sie wirken global als verklärte Machtinteressen skrupelloser oder einfach nur dümmlich verblendeter Hüter von Menschen missachtenden Unwerten.
Am Beginn des 21. Jahrhunderts derartig deutlich Bilanz zu ziehen, ist ebenso riskant wie im Mittelalter, denn jede Art von Inquisition besteht fort, das heißt: Die gewaltsamen Vernichter im Namen irgendeines Gottes wurden keineswegs weniger, und sie nutzen alle modernen Hilfsmittel.

Als einziges Wesen auf der Erde hätte der Mensch die Möglichkeit, alle Naturgewalten, die sich gegen ihn richten, abzumildern, das Leben zu humanisieren vor allem durch intelligente Anwendung der erforschbaren Naturgesetze. In diesem Kontext steht die Forderung der Gewaltlosigkeit der Menschen untereinander als „Minimalhumanismus“. Angesichts der tatsächlichen Verhältnisse im Großen wie im Kleinen eine derzeit futuristische Schwärmerei!

Aber ausschließlich die Kraft der Aufklärung besitzt die Option zu humanen Veränderungen. Auf sie nur zu hoffen, statt selber in ihrem Geiste aktiv zu werden, meint Opportunismus – die allgegenwärtige Lähmung, die der freie Geist unter sorgfältigen Abwägungen immer wieder neu zu überwinden trachtet.

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Denk mal! Nr. 11

Wer auf Sachargumente mit persönlichen Angriffen reagiert, ist kein adäquater Gesprächspartner, sondern ein erklärter Gegner.

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Die Erde dreht sich in zwei Minuten ein halbes Grad um ihre Achse, entsprechend etwa dem scheinbaren Sonnen- oder Monddurchmesser, gleichzeitig eilt sie um die Sonne mit ca. 30 km/s, die Sonne ihrerseits umrundet das galaktische Zentrum mit ca. 250 km/s, die Galaxis bewegt sich ..... usw.

Dagegen nimmt sich die Menschheit aus wie der Fliegenfleck auf einer Christbaumkugel, allerdings ein ziemlich ekliger, denn sie verschmiert facettenreich zunehmend die gesamte Oberfläche des Globus. Doch was bedeutet es schon universal, wenn der Glanz der Kugel erblindet, wenn der Verursacher an seinen sorglosen Ausscheidungen selbst zugrunde geht? – Es ist bedeutungslos!
Das Individuum aber lebt in dem Milieu, für jeden Einzelmenschen hat der „globale Fliegenschiss“ existenzielle Bedeutung.

Bleiben wir im Bildlichen: Die Hygiene, die geistige Abfallentsorgung ist eine wesentliche Herausforderung, der die Menschheit bisher noch weniger gewachsen ist als der biologischen und technologischen Schmutz- und Müllentsorgung weltweit.
Wer je das absolut zuverlässige Gleichmaß der Drehung des Himmelsgewölbes, von Auf- und Untergang verinnerlichte – das kann man, mit einigen Wettereinschränkungen, täglich -, der weiß, dass kleinkarierter Götterglaube, dass Göttergeschwätz stets den Tod und keineswegs das Leben zum Inhalt hat.

Erst wenn sich die Menschen ihres individuellen Wertes bewusst werden, die Werte eines gewaltfreien Humanismus aus sich heraus erkennen, die Ethik als Prinzip der Menschenachtung und der Menschenrechte aus sich heraus verstehen, wird es Menschen geben. (Friedrich Nietzsche wusste, wovon er sprach.)

Die Voraussetzungen dafür sind 1. Bildung, 2. Gleichberechtigung und 3. Geburtenkontrolle. Trotz oder gerade wegen der gängigen Sonntagsreden werden alle drei Kriterien nicht nur missachtet, sondern massiv verhindert – und zwar oft von sich „Demokraten“ Nennenden, aber konsequent Mächtigen in allen Ländern der Erde.

„Ein halbes Grad ....“, welcher Prozentsatz der Erdbevölkerung kann sich überhaupt etwas darunter vorstellen? Und wie viele von diesen Unwissenden hantieren täglich mit modernen Waffen, die ihnen Halbwissende im Interesse von Geschäftemachern und Kriegsgewinnlern allgemein in die Hände drücken?
„Ein halbes Grad ....“, Sonne und Mond etc. waren einst Götter; bei Milliarden (!) Menschen heute noch!
Dank der sogenannten „G-8-Staaten“ in ihrer Zerstrittenheit aufgrund von Wirtschaftsinteressen und militärischen Positionsspielen verfügen „Hinterwäldler“ über Nuklearwaffen.

So mag dieses Blog (es wird auch ausgedruckt hinterlegt) vielleicht ferneren Generationen als Zeugnis dafür dienen, in welch hoffnungslosen Glaubenszuständen sich die Menschheit im sogenannten Atom- und Technologiezeitalter wirklich befand.

Der „Mensch“ also wird zu einer unwahrscheinlichen Option der Entwicklungsgeschichte? – Falsch!
Unter freilich rigorosen Verlusten kommt er da heraus.

Wenn Hoffnung scheinbar endet, bedeutet das keinen evolutionären Stillstand, sodass sich die Möglichkeit eröffnet, innerhalb der langen geologischen und kosmologischen Veränderungen auch die humane Verwirklichung des Menschen in vergleichsweise wesentlich kürzeren Zeitbegriffen zu beginnen. Dann käme natürlich das Ende bisheriger Religionen und esoterischer Verwirrungen.

Es gibt nicht erst seit heute, sondern es gab auch schon früher Menschen mit kosmonomischem Selbstverständnis. Und die Kosmonomie ist keine Erfindung meinerseits, vielmehr ein Naturprinzip, das jeder von Religion freie Geist zu jeder Zeit erkennen kann. Ich verlieh dem Prinzip lediglich einen Namen.

Ich traue der Evolution des Humanismus Optimales zu. Denn so funktioniert die Evolution, ausgerichtet zum Überlebensfähigeren. Der religiös und ideologisch indoktrinierte und dabei auch gedankenlose, aktuelle Massenmensch ist definitiv eine entwicklungsgeschichtliche Sackgasse, täglich in den gegenseitigen Abschlachtungen – real wie virtuell – zu beklagen.

Wir brauchen Hoffnung durch Religionsentmachtung, meint frei zu sein von Göttern und ihren siechen Dämmerungen.

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